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Lauftipps, Run Happy!

Klettern statt laufen – Bouldern als Alternativtraining

Von Markus Oster

Es ist soweit: Die Tage werden kürzer, es wird kälter und ungemütlich. Laufen? Bei den Temperaturen? Draußen? – Geht schon, mit winddichter Jacke, Mütze und Handschuhen. Man kann sich ja danach unter der Dusche aufwärmen. Dennoch ist gerade das die perfekte Zeit, um sich dem Alternativ-Training zu widmen. Wer nicht raus will zum Laufen, kann also in die Sporthalle, ins Fitnessstudio oder ins Schwimmbecken. Wir stellen dir Sportarten vor, die in der kalten Jahreszeit perfekt in deinen Trainingsplan passen und Muskelpartien trainieren, die sonst beim Lauftraining oft zu kurz kommen. Dieses Mal: Bouldern.

Es riecht nach Schweiß – kernige Typen krallen sich an Kletterwände fest – biegsame Mädels pudern sich die Hände mit einem mehlähnlichen Pulver und in der Luft liegt ein leichter Staubfilm: dabei handelt es sich um Magnesium. Das bietet optimalen Grip für die Hände beim Bouldern. Ich frag mich kurz: Markus, was machst Du hier? Als Berglöwe kannst Du Berge hinaufrennen, aber kletternd ohne Seil sich den künstlichen Berg hinaufhangeln? Puuhhh. Das wird ein Akt.

Allzu viel Zeit zum Nachdenken habe ich nicht, denn meine Boulder-Expertin Laura steht schon bereit und gibt mir den Befehl: am Anfang schön dehnen und aufwärmen! Also lasse ich die Arme kreisen, dehne meine Oberschenkel mit leicht wippenden Bewegungen und bringe so die Muskulatur auf Temperatur. Noch kurz ein paar Hinweise fürs Klettern und schon kann das „Krafttraining“ in der Boulderhalle beginnen. Schnell wird mir klar – Bouldern ist ein Ganzkörpersport, fördert die Flexibilität der Muskulatur und stärkt sie gleichzeitig. Eine super Abwechslung zum monotonen Krafttraining in der Mucki-Bude. Bouldern hält also die Rumpfstabilität fit, die für das Laufen so wichtig ist.

Dabei geht die Kletterei in der Boulderhalle nicht in schwindelerregende Höhe – dafür sind die technischen und akrobatischen Herausforderungen umso größer. Als Boulderer bewegt man sich immer in Absprunghöhe und braucht nicht unbedingt einen Kletterpartner zur Absicherung. In Boulderhallen sind die Boulderwände mit so genannten Crashpads ausgestattet, die Stürze abfangen sollen und Fußverletzungen vermeiden. Unterschiedliche Routen sind durch einfarbige Bouldergriffe markiert – je schwieriger die Route, desto weniger Angriffsmöglichkeiten besitzt der jeweilige Griff. In der Boulderhalle in Würzburg, bezeichnen die Betreiber die schwierigsten Routen liebevoll als „Am Rande des Menschenmöglichen“ – nichts für mich. Zumindest für heute. 😉

Nicht nur Muskeltraining – Koordination und Bewegung werden auch trainiert

Beim Bouldern kommt es aber nicht nur auf die Muskelkraft an, um sich irgendwo hochzuziehen oder mit den Beinen abzustützen. Es geht auch darum gute Bewegungsabläufe mit einem Gleichgewichtsgefühl zu kombinieren. Von einem markierten Startpunkt an der Wand geht es bis an den sogenannten Top, den obersten Boulder an der Wand. Varianten beim Bouldern können dabei sein, eine Route möglichst schnell oder langsam zu klettern. Nach ein paar leichten Runden, wage ich mich dann auch an eine Route mit weiter entfernten Griffen, bei der es gilt auch mal im Überhang zu bouldern.

Die Oberarmmuskeln spannen sich ordentlich an und die Koordination von Armen und Beinen für den nächsten Schritt an der Wand sind gefragt. Wenn es dann in einer Route mal nicht weiter geht, hilft es sich bei anderen Boulderern Tricks und Kniffe abzuschauen. Das „Boulderproblem“ darf also auch gelöst werden mit Abgucken bei Kollegen.

Laura meine Boulderexpertin gibt mir für das Bouldern den Tipp mit, die Arme „lang zu machen“ und weniger anzuspannen. Das sei deutlich Kraftsparender. Und am Anfang der Boulderkarriere braucht es nicht komplett schwere Züge – sonst kommt man sehr schnell an die Grenzen seiner Muskulatur. Ein schönes Andenken – neben dem Muskelkater am nächsten Tag – sind zwei schöne Blasen an den Händen. Am Anfang normal, denn die Hände sind das Greifen der Bouldergriffe nicht gewohnt.

Was braucht es zum Bouldern?

Reine Boulderhallen gibt es in größeren Städten. Oft findet man aber auch Boulderwände in Kletterhallen, die der Deutsche Alpenverein betreibt. Wichtige Ausrüstungsgegenstände sind Kletterschuhe (kann man sich ausleihen) – die besseren Halt auf den Griffen bietet, Magensiasäckchen – hilft gegen schweißige Hände und vielleicht ein Tapeverband – schützt die Hände vor aufgeplatzten Blasen. Viele Boulderhallen bieten Einführungskurse für Einsteiger. Hier gibt es nochmal gute Tipps und Tricks von Boulderprofis.

Über Markus:

Wenn Markus Oster nicht als Berglöwe laufend durch die Berge, über Trails oder den Straßenasphalt flitzt, dann ist er für Brooks als Technischer Repräsentant unterwegs. Das heißt er hält Schulungen in Sportläden zu unseren Brooks-Produkten, organisiert Testschuhaktionen, ist auf Laufmessen dabei und ist jeden Tag im Namen des Run Happy-Spirits unterwegs. Mancher Kollege sagt über ihn: „Der geht sogar mit Brooks-Schuhen schlafen.“ Zu finden ist Markus nicht nur beim Laufen, sondern auch bei Instagram – https://www.instagram.com/der_bergloewe/ –  Twitter – https://twitter.com/tweetoster – Strava https://www.strava.com/athletes/18391162

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